Netzwerk-Monitoring-Tools: So finden Sie die passende Lösung für Ihr Unternehmen

17. November 2021

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Eine Netzwerklandschaft ist nur so gut wie das Network-Monitoring-Tool: Für das Verarbeiten relevanter Daten und die Stabilität von Geschäftsprozessen sind Netzwerke von höchster Priorität. Für Unternehmen ist es daher essentiell, die Sicherheit und Verfügbarkeit ihrer Netze jederzeit im Blick zu haben. Dies gelingt mithilfe eines geeigneten Tools, das optimal auf die vorhandene IT-Architektur und die eigenen Anforderungen abgestimmt ist.

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© Funtap /stock.adobe.com

Was ist Netzwerk-Monitoring?

Netzwerk-Monitoring ist ein kritischer Teilbereich des Netzwerk-Managements. Es überwacht die einzelnen Komponenten, Incidents und Protokolle eines Netzwerks hinsichtlich Fehler, Performance und Datenverkehr. Ziel ist es, das Netzwerk und dessen Komplexität in vollem Umfang zu überblicken und zu verstehen, um auf dieser Datenbasis seine kontinuierliche Verfügbarkeit sicherzustellen. Zu den überwachten Komponenten gehören üblicherweise Server, Router, virtuelle Maschinen (VM), Firewalls und Switches. Abhängig von der Vorgehensweise und der eingesetzten Geräte sind verschiedene Methoden zu unterscheiden:

  • Monitoring: überwacht nur interne Netzwerkkomponenten
  • externes Monitoring: überwacht zusätzlich an das Netzwerk angeschlossene Geräte
  • passives Monitoring: hört nur mit und analysiert Protokolle
  • aktives Monitoring: sendet Pakete in das Netzwerk für zusätzliche Überwachungsfunktionen

Wozu dient Netzwerk-Monitoring?

Netzwerk Monitoring

Monitoring-Produkte behalten die kritischen Netzwerkkomponenten jederzeit im Blick

Ohne professionelles Monitoring lassen sich ungewöhnliche Ereignisse oder Leistungsengpässe häufig erst erkennen, wenn es zu spät ist. Die Folgen sind neben einem enormen Zeit- und Reparaturaufwand oft auch hohe Kosten – etwa, wenn die Geschäftsprozesse eingeschränkt oder unterbrochen werden. Laut einer Opengear-Studie von 2020 haben Netzwerkausfälle fast ein Drittel der befragten IT-Verantwortlichen innerhalb der letzten 12 Monate mehr als 1 Million US-Dollar gekostet. Bei 39 % der Ausfälle hat die Fehlerbehebung mehr als einen Tag gedauert – für digitale Unternehmen ein Desaster. Im jüngsten Fall des Facebook-Routingproblems verlor das Unternehmen binnen 6 Stunden knapp 6 Milliarden Euro. Moderne Netzwerk-Monitoring-Tools schaffen Abhilfe im Hinblick auf Sicherheit, Verfügbarkeit, Transparenz, Kontrolle und Ressourcen.

Erhöhung der Sicherheit

Innerhalb von Sekunden erkennen die Tools Auffälligkeiten wie ungewöhnlichen Traffic oder eine plötzlich gestiegene CPU-Belastung, die auf Malware oder Phishing hindeuten können. Dafür senden sie regelmäßig HTTP-Requests an die zu überwachenden Komponenten. Wenn die einzelnen Instanzen nicht wie erwartet oder verspätet antworten, liegt womöglich ein Netzwerk- oder Serverproblem vor.

Sicherstellung konstanter Verfügbarkeit

Monitoring-Lösungen können jedes Netzwerkereignis sofort melden und beugen so Verfügbarkeitsproblemen vor. Durch die Analyse des Netzwerkstatus lassen sich Risiken wie Schwachstellen oder Leistungspeaks identifizieren und beheben, bevor sie den Geschäftsablauf stören. Auf Basis von individuellen Intervall- oder Schwellwerten kann das System die im Netzwerk ausgeführten Dienste proaktiv überwachen und Alarm schlagen, sobald ein Wert über- oder unterschritten wird.

Netzwerk-Monitoring

Je konkreter das Network-Monitoring-System konfiguriert ist, umso präziser kann es arbeiten.

Netzwerkübergreifende Transparenz

Tools für Netzwerk-Monitoring bieten Ihnen in der Regel ein übersichtliches Dashboard für einen schnellen Überblick über alle Netzwerkgeräte. Idealerweise unterstützt die Monitoring-Software auch Widgets, um sämtliche Leistungskurven in Echtzeit zu überwachen. Die umfassende Datensammlung des Monitorings ermöglicht außerdem nützliche Trendanalysen, die einen tieferen Einblick in das Netzwerk bieten und Optimierungspotenzial aufzeigen. Damit lassen sich zum Beispiel die verfügbaren Ressourcen effizienter einsetzen und das Einhalten der Service Level Agreements (SLAs) gewährleisten.

Kontrolle über das gesamte Netzwerk

Die maschinelle Überwachung der gesamten Netzwerklandschaft gibt IT-Administrator*Innen mehr Kontrolle über ihren Aufgabenbereich: Alle relevanten Komponenten, Vorgänge, Informationen und Status lassen sich in Echtzeit einsehen. Durch das unmittelbare Melden von Netzwerkproblemen können Verantwortliche rechtzeitig agieren – über einen Remote-Zugang auch aus dem Homeoffice.

Zeitersparnis für Ihr Team

Ein Monitoring-System reduziert den Zeitaufwand gleich auf mehreren Ebenen: Zum einen spart es Zeit durch das sofortige Melden von Störungen, zum anderen entfällt das kontinuierliche aktive Überwachen der gesamten Netzwerklandschaft. Die gewonnene Arbeitszeit können Admins in andere wichtige Aufgaben wie die Optimierung der IT-Umgebung investieren.

Kostenersparnis

Heute sind umfassende Netzwerk-Monitoring-Systeme bereits zu fairen Preisen erhältlich. Sie bieten Ihrer IT-Abteilung bei geringen Kosten die Chance, wertvolle Ressourcen einzusparen. Noch viel wichtiger: Die Überwachungslösungen verhindern große finanzielle Verluste durch Geschäftsausfälle infolge von zu spät erkannten oder behobenen Netzwerkausfällen.

Für welche Unternehmen ist Network Monitoring sinnvoll?

Ob im Bereich Finanzen, Gesundheit, Logistik oder Fertigung: Heute benötigen fast alle Organisationen für ihre Geschäftsabläufe ein leistungsfähiges Netzwerk. Genauso wichtig ist das passende System zum Überwachen und Verwalten der Netzwerklandschaft. Das gilt nicht nur für Konzerne und Großunternehmen, sondern auch für kleine und mittelständische Unternehmen: Deren IT-Umgebung ist in der Regel zwar deutlich kleiner, aber genauso komplex und verteilt.
Gerade KMU arbeiten häufig ohne ein professionelles Monitoring-System – bis das Auftreten eines konkreten Problems die Nutzung eines Tools erfordert. Die Einführung einer Überwachungslösung bei akutem Bedarf kostet aber nicht nur unnötige Ressourcen, sondern geht aus Zeitdruck oft auch mit Qualitätseinbußen oder Notlösungen einher. Angesichts der Tendenz, dass die Netzwerke von Unternehmen in Zukunft noch größer und komplexer werden, lohnt es sich für KMU, so früh wie möglich Lösungen für die Netzwerküberwachung einzurichten.

Welche Typen von Netzwerk-Monitoring-Tools gibt es?

Sie kennen die Anforderungen Ihres Unternehmens und Ihres Netzwerks am besten und wissen, welche Funktionen Ihre Monitoring-Software ungefähr mitbringen sollte. Um Ihnen den Weg durch das Dickicht der unterschiedlichen Monitoring-Lösungen zu erleichtern, stellen wir Ihnen im Folgenden vier Typen von Netzwerk-Monitoring-Tools vor.

Open-Source-Tools

Moderne Open-Source-Software ist in puncto Qualität und Leistungsumfang häufig mit kostenpflichtigen Lösungen vergleichbar. Im Hinblick auf limitierte Budgets sind diese Tools zunächst günstige Lösungen, die sich unkompliziert anpassen und ohne Lizenzkosten nutzen lassen. In einigen Fällen sind allerdings nur Basisfunktionen integriert, mit denen keine vollumfängliche Netzwerküberwachung möglich ist. Vermissen Sie später bestimmte Funktionen, müssen Sie diese entweder mithilfe des Community-Supports oder selbst einrichten. Auch die Sicherheit von Open-Source-Tools ist ein kritischer Punkt und sollte vor der Implementierung mit dem Security-Konzept Ihres Unternehmens abgeglichen werden.

Einstiegssoftware

Einstiegslösungen für die Netzwerküberwachung sind eine günstige Möglichkeit, schon in der Implementierungsphase den Grundstein für ein stabiles und sicheres Netzwerk zu legen. Die abgespeckte Software bietet zwar keinen vollen Funktionsumfang, ermöglicht aber für den Anfang zumindest Basisfunktionalitäten wie die SNMP-Bandbreitenüberwachung oder die Verfügbarkeitsabfrage via Ping. Wegen des begrenzten Funktionsangebots eignen sich Einstiegstools eher für kleinere Netzwerke. Bei einer späteren Ausweitung der Überwachung muss in der Regel eine andere Lösung implementiert werden.

Enterprise-Software

Enterprise-Lösungen für Network Monitoring sind in der Regel Teil eines umfangreichen Enterprise-Netzwerkmanagement-Systems. Wegen der hohen Lizenzkosten und des hohen Installationsaufwands kommen sie häufig nur für größere Unternehmen infrage. Ein weiterer wichtiger Punkt: Enterprise-Tools haben eine Vielzahl an Funktionen und spezialisieren sich selten nur auf die Netzwerküberwachung, wie dies bei eigenständigen Lösungen der Fall ist.

All-in-One-Lösungen

Um Unternehmen den Umstieg auf professionelles Network Monitoring zu erleichtern, bringen mehr und mehr Hersteller All-in-One-Software auf den Markt. Neben allgemeinen Überwachungsfunktionen bieten diese Lösungen auch spezielle Zusatzfeatures für verschiedene Teilbereiche. All-in-One-Produkte arbeiten mit den gängigen Protokollen (wie SNMP, Flow, HTTP oder POP3) zur Bandbreitenüberwachung und sind mit zahlreichen Überwachungssensoren ausgestattet. Die Installation verläuft schnell und unkompliziert. Darüber hinaus geht mit dem Kauf ein zuverlässiger Hersteller-Support einher. Hochwertige Lösungen können bei Bedarf flexibel skalieren und mit Ihren Netzwerkstrukturen wachsen.

Kriterien für die Auswahl des richtigen Tools

Die Preisspanne der Network-Monitoring-Produkte ist enorm und reicht bis in den fünfstelligen Bereich. Bevor Sie sich für ein Tool entscheiden, sollten Sie die tatsächlichen Anforderungen Ihres Unternehmens jetzt und in Zukunft genau kennen. Wenn Sie die folgenden Kriterien bei der Recherche berücksichtigen, kann bei der Toolauswahl nichts mehr schiefgehen.

Objektive Tests und Vergleiche: Nutzen Sie das vielfältige Angebot von objektiven Tests, Vergleichen und Bewertungen. Seriöse Bewertungsplattformen sind eine gute Anlaufstelle, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen und über die Merkmale und Unterschiede der verschiedenen Tools zu informieren. Weitere nützliche Informationsquellen sind wissenschaftliche oder journalistische Formate. Auch etablierte Analysten wie Gartner oder EMA bieten nützliche Inhalte für die Auswahl des passenden Systems.

Technische Must-haves: Erstellen Sie zunächst ein genaues Anforderungsprofil Ihres Netzwerks, um es dann mit dem Funktionsangebot der infrage kommenden Lösungen abzugleichen. Welche technischen Must-haves Ihr Tool mitbringen sollte, zeigt die folgende Checkliste.

12-Punkte-Checkliste für Ihr Netzwerk-Monitoring-Tool

  1. Sind Installation, Konfiguration und Wartung einfach und benutzerfreundlich?
  2. Bietet die Lösung eine automatische Netzwerkerkennung?
  3. Ist die Automatisierung repetitiver Aufgaben möglich?
  4. Lassen sich vordefinierte Abfragen für Einsatzbereiche wie Websites oder Datenbanken einrichten?
  5. Werden alle gängigen Protokolle wie SNMP, WMI, Flow, Packet Sniffing, FTP und HTTP unterstützt?
  6. Bietet die Lösung verschiedene Schnittstellen für individuelle Erweiterungen?
  7. Lässt sich die Alarmierung bedarfsgerecht anpassen und per E-Mail, SMS, Syslog und HTTP-Request versenden?
  8. Bietet die Lösung zentrale, individuell konfigurierbare Dashboard-Option?
  9. Ist ein automatisiertes Reporting mit individuell konfigurierbaren Templates wie Graphen und Listen integriert?
  10. Wird die Remote-Überwachung für mehrere Standorte bzw. Netzwerke unterstützt?
  11. Sind die Lizenzierung und Preisgestaltung transparent und fair und richten sich nach der Anzahl der Geräte, Knoten und Server?
  12. Sind die Ergebnisse geeignet, um eine direkte Maßnahmen beim Management auszulösen?

Nutzerfreundlichkeit: Damit Sie bei minimalem Zeitaufwand das Meiste aus Ihrem Monitoring-Tool herausholen können, sollte es eine hohe Nutzerfreundlichkeit mitbringen. Ein mögliches Kriterium ist die Verfügbarkeit der Lösung in verschiedenen Sprachen, sodass Ihr gesamtes Team problemlos damit arbeiten kann. Auch das Angebot zusätzlicher Informationsquellen wie Foren, Blogs und Handbücher ist ein Pluspunkt. Im Idealfall bietet der Hersteller umfassenden Support – eventuell sogar vor Ort in Ihrer Nähe.

Referenzen: Haben Sie eine Lösung näher ins Auge gefasst, überzeugen Sie sich selbst von dem Anbieter. Ein Blick auf die Herstellerwebsite, bisherige Referenzen und Testversionen vermitteln einen ersten Eindruck von der zu erwartenden Qualität und Arbeitsweise. Scheuen Sie sich nicht davor, verschiedene Anbieter zu kontaktieren: Im persönlichen Gespräch lässt sich häufig schnell herausfinden, ob die angebotene Monitoring-Lösung zu Ihren Anforderungen passt.

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Evelyn Ode

Corporate Communications

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